9. Oktober 2026
Neues FQS-Forschungsprojekt gestartet: Werkzeugzustand beim Schmieden akustisch überwachen
Beim Gesenkschmieden werden hochbelastbare Metallbauteile hergestellt. Die eingesetzten Schmiedewerkzeuge sind dabei hohen mechanischen und thermischen Belastungen ausgesetzt und verschleißen mit der Zeit. Für die überwiegend mittelständisch geprägte Schmiedebranche ist es wirtschaftlich wichtig, Werkzeuge möglichst lange zu nutzen, ohne die Qualität der gefertigten Bauteile zu beeinträchtigen.
Werkzeugverschleiß im Schmiedeprozess frühzeitig erkennen
Wann ein Schmiedewerkzeug seine Verschleißgrenze erreicht, lässt sich im laufenden Produktionsprozess bislang nur eingeschränkt bestimmen. In der Praxis basieren Werkzeugwechsel häufig auf Erfahrungswerten und stichprobenartigen Kontrollen. Der tatsächliche Zustand wird jedoch durch zahlreiche Prozess- und Umgebungsbedingungen beeinflusst. Die Erfahrungswerte können vom realen Verschleiß abweichen. Werkzeuge werden dadurch unter Umständen früher als nötig ausgetauscht oder zu lange eingesetzt, was zu höheren Kosten und Ausschussraten führt.
Akustische Signale für die Zustandsüberwachung nutzen
Hier setzt das FQS-Forschungsprojekt „SMASH – Status Monitoring mittels akustischer Signale im Heißen Werkzeug“ an: Ziel ist es, Know-how für eine prozessbegleitende Zustandsüberwachung von Schmiedewerkzeugen mithilfe von Körperschallmessungen und Schallemissionsanalysen zu entwickeln. Forschende des IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover untersuchen dabei, ob sich typische Schadensbilder wie beispielsweise mechanische und thermische Risse zuverlässig anhand charakteristischer akustischer Signale erkennen und unterscheiden lassen.
Qualitätssicherung und Instandhaltung für KMU verbessern
Die erarbeiteten Methoden fließen in einen Softwaredemonstrator und Leitfaden ein. Das entwickelte Know-how soll insbesondere KMU ermöglichen, Schmiedewerkzeuge gezielter bis an ihre tatsächliche Verschleißgrenze zu nutzen, Instandhaltungszeitpunkte gezielter zu planen und unnötige Prüf- und Stillstandszeiten zu reduzieren. Da die Sensorik extern angebracht werden soll, sind auch für bestehende Produktionsanlagen wenig aufwendige Umbauten erforderlich.
Im September 2026 fand die erste Sitzung des Projektbegleitenden Ausschusses statt. Acht Unternehmen begleiten die Forschungsarbeiten als Industriepartner im Projektbegleitenden Ausschuss. Die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie stellt sicher, dass die Forschungsarbeiten praxisnah und an die Bedürfnisse der Unternehmen angepasst sind.
Kontakt:
FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e.V.
infofqs@dgq.de
