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24. September 2026

2. DGQ-Pflegetag eröffnet Perspektiven auf das Kompetenzmanagement

2. DGQ-Pflegetag 2026

Holger Dudel, Fachreferent Pflege, begrüßt die Teilnehmenden zum 2. DGQ-Pflegetag 2026 auf dem Gesundheitscampus der Hochschule Bochum.

Die DGQ hat am 14. September beim 2. DGQ-Pflegetag auf dem Gesundheitscampus der Hochschule Bochum einen weiteren Impuls für die Qualität in der Pflege gesetzt. Die Agenda folgte dem bewährten Mix des Vorjahres aus Fachimpulsen, Workshops und Praxiserfahrung.

Unter dem Motto „Können, Dürfen, Bleiben“ drehte sich die Veranstaltung um die Fragen wie das Kompetenzmanagement die Qualität in der Pflege verbessern kann. Im Fokus standen hierbei Technologien, neue Berufsprofile und modernes Personalmanagement.

Neuer Rahmen, mehr Kompetenz, veränderte Rollen

Auch 2026 kooperierte die DGQ bei dieser Veranstaltung mit der Hochschule Bochum. Zum Auftakt beleuchtete Prof Dr. Anne Roll, Professorin für gerontologische und geriatrische Pflege an der dortigen Hochschule für Gesundheit, in einem kurzweiligen Impuls die Herausforderungen, vor denen die Lehre angesichts der zahlreichen gesetzlichen Veränderungen steht. Sie zeigte auf, wie sich dadurch die Rollen der Fachkräfte in der Praxis verändern. Dabei wurde auch eine offene Flanke in der Gesetzgebung deutlich. Die Umsetzung der neuen Vorgaben an der Schnittstelle zwischen erweiterten pflegerischen Kompetenzen und den ärztlichen Vorbehaltsaufgaben muss zum Abschluss des ersten Ausbildungsjahrgangs bis Ende 2027 noch politisch geklärt werden.

Anschließend rückte Kerstin Wülfing, Leiterin des Bergischen Kinder- und Jugendhospizes Burgholz, die Praxisperspektive beim 2. DGQ-Pflegetag in den Fokus. Die Hospizarbeit mit Kindern stellt besonders hohe Anforderungen an das Know-how der Fachkräfte. Die generalistische Ausbildung bereitet darauf nicht ausreichend vor. Mehrere Kinderhospize haben deshalb ein 15-monatiges, berufsbegleitendes Traineeprogramm entwickelt. Es baut gezielt Fachkompetenz auf und stärkt zugleich die Motivation junger Pflegefachpersonen. Finanziert wird das Programm aus Spenden.

Den Abschluss des Vormittags bildete ein Beitrag von Ingolf Rascher, Leiter der AAL-Akademie, zu digitalen Assistenzsystemen in der Pflege. Anhand von Beispielen aus der Erforschung von Nutzen und Wirksamkeit machte er deutlich, wie entscheidend es ist, die späteren Anwender frühzeitig in Entwicklung und Erprobung digitaler Lösungen einzubeziehen. Damit verknüpfte er den Appell an professionell Pflegende, sich in diese Prozesse einzubringen und ihre Praxiserfahrung und Fachkompetenz beizusteuern. Nur entstehen digitale Assistenzsysteme, die im Pflegealltag tatsächlich brauchbar sind und einen messbaren Beitrag zur Qualität der Pflegeergebnisse leisten.

Kompetenz praxisnah auf dem 2. DGQ-Pflegetag erfahren

Am Nachmittag des 2. DGQ-Pflegetags standen zwei Workshops auf dem Programm. Mit Almut Strathe, Trainerin und Businesscoach mit systemischem Schwerpunkt, ging es zunächst um den Boarding-Prozess von Mitarbeitenden. Dieser beginnt weder mit dem ersten Arbeitstag noch endet er mit dem Verlassen einer Organisation. Im Mittelpunkt stand das Onboarding, das entscheidende Weichen für eine gelungene Entwicklung im Unternehmen stellt.

Der zweite Workshop widmete sich Qualitätsprüfungs-Richtlinien für die ambulante Pflege. Im Diskurs mit den beiden Referenten Andrea Raffenberg, Fachkoordinatorin bei „Careproof“ und Dr. Jens Frieß, Inhaber des Deutschen Instituts für Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung, wurde deutlich, wie sehr es bei der Auslegung und Bewertung einzelner Kriterien auf Details ankommt. Ebenso zeigte sich: Die Abschaffung der Pflegenoten allein schafft noch nicht die angestrebte Transparenz der verpflichtenden Qualitätsprüfungen für An- und Zugehörige.

Den fachlichen Teil des Programms rundete eine Hands-on-Führung von Prof. Dr. Roll durch das Skills Lab der Hochschule ab. Dort vertiefen Pflegestudierende ihre praktischen Kompetenzen. Die Teilnehmenden konnten sich von der beeindruckenden Ausstattung des Skill Labs mit praxisnahen Übungsmaterialien und modernster Technik überzeugen. Zum Abschluss hatten die Teilnehmenden dann noch die Gelegenheit, anhand technologieunterstützter Pflegesituationen unmittelbar zu erleben, wie Lernen, Pflegepraxis und technische Innovation ineinandergreifen.

Austausch, der über den 2. DGQ-Pflegetag hinauswirkt

Neben den Fachvorträgen und Workshops bot der 2. DGQ-Pflegetag reichlich Raum für Austausch, Diskussion und Vernetzung. Die Teilnehmenden griffen die Impulse auf, tauschten Erfahrungen aus und diskutierten neue Ansätze für die Pflegepraxis. Ob mit Witz und Weitblick, Charme und Praxisnähe, fachlicher Tiefe oder Präzision – die Referent:innen setzten ganz unterschiedliche Akzente. Auch der Mix aus Vorträgen und Workshops sowie die offene, freundliche und wertschätzende Atmosphäre wurden in den Rückmeldungen der Teilnehmenden besonders hervorgehoben.

„Mit dem Thema Kompetenzmanagement haben wir beim 2. DGQ-Pflegetag offensichtlich einen Nerv getroffen. Die Frage, was professionell Pflegende können, dürfen und welche Rahmenbedingungen sie brauchen, um ihre Kompetenzen wirksam einzusetzen, beschäftigt die Pflege sektorenübergreifend. Dies zeigt auch die positive Resonanz auf unsere fachlich-inhaltliche und methodische Mischung aus Impulsen, Workshops und eigenem Erleben im Skills Lab“, zog Holger Dudel, Fachreferent Pflege der DGQ, eine positive Bilanz.

Bei Interesse an einer Teilnahme am DGQ Pflege-Online-Treffpunkt oder der Mitarbeit im Fachkreis „Qualität in der Pflege“ wenden Sie sich bitte an Holger.Dudel@dgq.de.

Weitere Informationen zu neuen Entwicklungen in der Fachkreisarbeit sowie aktuellen Terminen finden Interessierte zudem auf der DGQ-Mitgliederplattform DGQplus.

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